Anhänger bei Trecker mit schwarzem Kennzeichen

      Horger2 schrieb:

      Wenn du im Internet das Kfz-Steuergesetz anschaust, wirst du sehen, dass grüne Folgekennzeichen an landwirtschaftlichen Anhängern nur zulässig sind, wenn der Trecker auf einen Landwirt zugelassen ist und mit einem grünen Kennzeichen läuft.
      Da du keinen Anspruch auf ein grünes Treckerkennzeichen hast, darfst du den Hänger nur mit amtlichen schwarzen Kennzeichen ziehen. Das bedeutet Vollabnahme beim TÜV, da der Hersteller nicht mehr existiert und somit keine Zweitschrift der ursprünglichen Betriebserlaubnis beschaffbar ist. Die Kfz-Steuer für den Hänger könnte vielleicht durch eine vom amtlich anerkannten Sachverständigen bestätigte Ablastung vermindert werden, die Haftpflichtversicherung für einen landwirtschaftlichen Anhänger dürfte auch nicht hoch sein. Saisonkennzeichen wäre vielleicht auch möglich. Also Bürokratie unvermeidlich, wenn legale Nutzung gewünscht.


      Und genau das stimmt so nicht. In mehreren Punkten, wobei dein Schlusswort richtig ist.
      Du darfst einen landwirtschaftlichen Anhänger mit Folgekennzeichen nur für LoF-Zwecke verwenden, also im Rahmen einer gewinnorientierten Bewirtschaftung deiner Fläche. Eigenbedarf zählt nicht, auch keine Streuobstwiese, die entsprechenden Bescheinigungen kriegst du beim Zoll. Wer es so bekommen hat, hat Glück gehabt, kann ist aber vor späteren Nachforderungen nicht geschützt.
      Hier steht etwas darüber:
      deutzforum.de/thread.php?postid=419009#post419009

      Bei Betrieb eines zulassungsfreien Anhängers bis 25 km/h im LoF-Einsatz muss die ABE des Herstellers mitgeführt werden. Ich weiß, in der Praxis sieht es da oft mau aus. ABEs lassen sich über den Hersteller kriegen, existiert der Hersteller nicht mehr, gibt es eine Datenbank in Flensburg, die recht gut bestückt ist. Das KBA ist jedoch nur befugt diese herauszugeben, wenn der Hersteller eben nicht mehr existiert.
      Wenn man allerdings nachweisen kann, dass der Anhänger vor einem bestimmten Datum gebaut wurde (1964), ist er von der ABE-Pflicht befreit, da diese damals auch noch keine Pflicht waren ->Bestandsschutz.

      Du darfst einen zulassungsfreien Anhänger im Rahmen einer ordungsgemäßen Nutzung im LoF-Einsatz sehr wohl mit einem versteuerten Schlepper (schwarzes Kennzeichen) fahren. Aber eben nur im LoF-Einsatz, also beispielsweise in der Ernte für einen befreundeten Landwirt.

      Zulassungsfreie Anhänger mit Folgekennzeichen wären in dem Moment für ein Oldtimertreffen legal nutzbar, in dem dieses Treffen als "Brauchtumsveranstaltung" angemeldet ist. Dann dürfte man dort auch mit steuerbefreit zugelassenen Schleppern (grünes Kennzeichen) hin fahren. Leider ist nicht geregelt, wer für die Erteilung einer Genehmigung für eine Brauchtumsveranstaltung zuständig ist. Dadurch gibt es da auch keine Rechtssicherheit...

      Für dich bleibt also tatsächlich nur der Weg, den Wagen ganz normal zuzulassen. Dass die Typenschilder auf Deichsel, Achsen und womöglich auch Bremsen vorhanden sind, erleichtert das Ganze enorm, die Erstellung der Unterlagen durch einen fachkundigen TüV-Prüfer sollte dann nicht allzu schwierig sein.

      Vorsicht, die nächste Falle lauert in der letzten Novellierung der Führerscheinverordnung. Wer seinen BE-Führerschein (Auto+Anhänger) nach 2.2013 gemacht hat, darf mit Schleppern die unter B fallen (schwarzes Kennzeichen, unter 3,5t zGG) auch nur noch Anhänger mit maximal 3,5t zGG ziehen! Ein normal zugelassener 40 PS-Schlepper darf jetzt also keinen normal zugelassenen 5,7-Tonner mehr ziehen, wenn der Fahrer den Führerschein nach diesem Stichtag gemacht hat.
      Dass die Führerscheinklassen L und T nur für den LoF-Einsatz gelten sollte bekannt sein. Schlepper außerhalb des LoF-Einsatzes (also in der Regel die mit schwarzem Kennzeichen) fallen unter die gewichtsbeschränkten Klassen B, C und C1 mit ihren jeweiligen Anhänger-Klassen.

      Leider ist man bei dem ganzen Zulassungskram ziemlich auf sich alleine gestellt, da die Sachbearbeiter und sogar die Amtsträger/-leiter oftmals keine oder nur beschränkte Ahnung von dem Thema haben. Mir wollte beispielsweise ein Leiter einer Zulassungsstelle mal erklären, es gäbe ja keine Fahrzeuge ohne Kennzeichen und ohne Zulassung im Straßenverkehr. Er war auch nicht davon abzubringen, selbst der Hinweis auf selbstfahrende Arbeitsmaschinen (sowohl Land- als auch Baumaschinen) brachte nichts. Sowas ist dann recht schockierend, da man ganz genau weiß, dass Andere auf diesem Wege sicherlich mit Anlauf in die Wüste geschickt werden.

      mfG
      GTfan
      Moin,
      um den richtigstellenden Beitrag von GT Fan zusammenzufassen:
      Das:
      Also ich war letztes Jahr auf nem Treffen da hat die Rennleitung Knölchen verteilt weil die Bauwagen nicht zugelassen waren Zugfahrzeuge hatten schwarze Kennzeichen
      Bei grünem Kennzeiche braucht man bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit (weis nicht genau wie viel) nur ein Folgekennzeichen
      Alles nur Behördenwillkür die blicken selber nicht mehr durch

      ist völliger Schwachsinn.
      Klar hat die Rennleitung Knöllchen verteilt! Weil Bauwagen nur zulassungsfrei sind wenn sie auch als solche verwendet werden!

      Für alle mal zum mitschreiben:
      Die Farbe des Kennzeichens der Zugmaschine sagt nichts, aber auch absolut überhauptnichts, über die Zulassungsfrage des Anhängers aus!!

      Und der Dekra Macker der den Dünnpfiff mit dem grünen Kennzeichen verbreitet hat, sollte lieber bei seinen Prüfplaketten bleiben anstatt rechtlich fragwürde Auskünfte zu erteilen.

      MfG Max

      Do watt du wullt; de Luet snakt doch!
      Die Beurteilung von Fahrzeugen richtet sich immer nach der tatsächlichen Verwendung, und nicht nach dem, was im Fahrzeugschein steht.
      Demnach ist auch ein Bau- oder Waldarbeiterschutzwagen hinter einem Kfz nicht zulassungsfrei, wenn er wie ein Wohnwagen eingerichtet ist ( Blumenkästen, Terrasse, Gardinen, Betten).
      Ein echter Bauwagen hingegen, der mit max. 25Km/h mitgeführt wird, ist immer zulassungsfrei.
      Eine ABE ist nur dann erforderlich, wenn der Bauwagen erstmalig nach Juni 1961 in den Verkehr gekommen ist.

      Heißt im Klartext:
      -Baubuden mit 25Km/h Schild einfach anhängen, und losfahren, egal ob hinter LoF oder LKW.
      -Baubuden nach Bj Mitte 1961 brauchen zusätzlich eine ABE.
      -Wohnwagen müssen ein Versicherungskennzeichen tragen.
      -alles was mit max. 6Km/h mitgeführt wird, ist zulassungsfrei.

      Selbsfahrende Arbeitsmaschinen dürfen nur Anhänger mitführen, welche für die Arbeiten benötigt werden.

      Zuslassungsfrei sind nur Anhänger, welche mit max. 25Km/h hinter Zugmaschinen von landwirtschaftlichen Betrieben für landwirtschaftliche Zwecke mitgeführt werden.

      Heißt:
      -25Km/h max.(egal wie schnell die Zugmaschine fahren darf).
      -Nur hinter Zugmaschinen
      -In landwirtschaftlichen Betrieben(im Zweifelsfalle durch BG Mitgliedsnummer nachzuweisen).
      -Für landwirtschaftliche Zwecke.(kein Treckertreffen).

      Meiner Meinung nach darf eine LoF Zugmaschine auch ein schwarzes Kennzeichen tragen, und trotzdem zulassungsfreie Anhänger mit Folgekennzeichen ziehen. Es gibt keine Verordnung oder Gesetz, welches einem Land- oder Forstwirt vorschreibt, dass er von der Steuerbefreiung gebrauch machen müsse.

      Wer einen Anhänger zulassen möchte, hat es natürlich einfach, wenn eine Betriebserlaubnis existiert.
      Anderenfalls wird es schwieriger. Es ist mittlerweile schwer geworden, jemanden zu finden, der sowas abnimmt. Mit Fabrikschildern an Achse Zugdeichsel und Auflaufeinrichtung geht das schon einfacher, aber wenn der aaS eine Bremsenberechnung von einer 60 Jahre alten Achse haben will, wirds schon eng.

      My 2 cents

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Reviermarkierer“ ()